EU-Anti-Geldwäschebehörde AMLA nimmt Online-Glücksspielanbieter in den Fokus
Clara Wolf · Oct 16, 2026

EU-Anti-Geldwäschebehörde AMLA nimmt Online-Glücksspielanbieter in den Fokus

Seit Mitte 2025 hat die EU-Anti-Geldwäschebehörde AMLA ihren Sitz in Frankfurt am Main und die Behörde klassifiziert Online-Glücksspielanbieter nun ausdrücklich als verpflichtete Einrichtungen, die denselben strengen Vorschriften zu KYC, Sorgfaltspflichten gegenüber Kunden und Meldepflichten unterliegen wie Banken und Zahlungsdienstleister. Diese Einordnung fügt eine EU-weite Aufsichtsebene hinzu, die parallel zu den bestehenden Regelungen der deutschen Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder GGL für lizenzierte Betreiber gilt, während die Maßnahmen im Oktober 2026 weitere Anpassungen in der Praxis erfahren haben.
Die neuen Pflichten für Glücksspielanbieter
Online-Glücksspielanbieter müssen nun verstärkte Sorgfaltspflichten bei Transaktionen ab einem Schwellenwert von 2000 Euro anwenden und regelmäßige externe Compliance-Prüfungen durchführen lassen. Die AMLA überwacht die Einhaltung dieser Vorgaben auf europäischer Ebene und die Regelungen erstrecken sich auf Identitätsprüfungen, die Überwachung von Transaktionen sowie die Meldung verdächtiger Aktivitäten an die zuständigen Behörden. Betreiber, die bereits unter der GGL-Lizenz operieren, sehen sich damit zusätzlichen Berichtspflichten gegenüber, die eine Abstimmung zwischen nationalen und europäischen Anforderungen erfordern.
Umsetzung und Auswirkungen auf den Sektor
Die Integration der AMLA-Vorgaben erfolgt schrittweise und lizenzierte Anbieter haben ihre internen Systeme angepasst, um die erweiterten Due-Diligence-Prozesse zu implementieren. Daten aus regulatorischen Berichten zeigen, dass die Anzahl der Compliance-Audits in diesem Bereich seit der vollen Betriebsaufnahme der Behörde gestiegen ist. Experten verweisen darauf, dass die einheitliche EU-Aufsicht eine Harmonisierung der Standards fördert, während nationale Behörden wie die GGL weiterhin für die Lizenzvergabe und die Überwachung des Spielerschutzes zuständig bleiben.

Im Oktober 2026 haben erste Prüfungen der AMLA gezeigt, dass die Meldesysteme bei vielen Betreibern bereits integriert sind und die Zusammenarbeit mit Zahlungsdienstleistern intensiviert wurde. Die Behörde mit Sitz in Frankfurt koordiniert diese Aktivitäten, wie aus offiziellen Angaben des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, und die Maßnahmen zielen darauf ab, Risiken im Bereich der Geldwäsche über Online-Plattformen zu minimieren.
Technische und organisatorische Anforderungen
Anbieter müssen ihre IT-Systeme so gestalten, dass Transaktionen ab 2000 Euro automatisch einer erweiterten Prüfung unterzogen werden und die Ergebnisse externer Audits regelmäßig an die AMLA übermittelt werden. Die Vorgaben umfassen zudem die Schulung von Mitarbeitern und die Einrichtung interner Kontrollmechanismen, die mit den bestehenden GGL-Anforderungen kompatibel sind. Beobachter notieren, dass diese Doppelstruktur eine enge Koordination zwischen nationalen und EU-Ebenen voraussetzt, um Doppelbelastungen für die Unternehmen zu vermeiden.
Internationale Einordnung und weitere Entwicklungen
Die Klassifizierung von Online-Glücksspielanbietern als verpflichtete Einrichtungen entspricht dem Ansatz, den die AMLA bereits bei anderen Finanzakteuren verfolgt und die Regelung schafft einen einheitlichen Rahmen innerhalb der Europäischen Union. In diesem Kontext haben Vertreter der Behörde betont, dass die Überwachung risikobasiert erfolgt und die Zusammenarbeit mit nationalen Aufsichtsstellen wie der GGL ausgebaut wird. Bis Oktober 2026 haben erste gemeinsame Workshops stattgefunden, um die praktische Umsetzung zu erleichtern und die Berichterstattung zu standardisieren.
Schluss
Die Einordnung durch die AMLA erweitert den regulatorischen Rahmen für Online-Glücksspielanbieter in Deutschland und der Europäischen Union und die Maßnahmen bauen auf bestehenden Strukturen auf, während sie gleichzeitig eine zusätzliche Kontrollebene einführen. Die Entwicklungen bis Oktober 2026 verdeutlichen, dass die Umsetzung fortlaufend angepasst wird, um den Anforderungen an KYC, Due Diligence und Berichterstattung gerecht zu werden. Informationen zur AMLA bestätigen den Sitz und den Auftrag der Behörde in Frankfurt.